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OBG, WOLFF & MÜLLER und LECHNER bauen 25 Unterkunfts- und Ausbildungsgebäude für die Bundeswehr

28. August 2026
Arbeits­gemeinschaft erhält im G-CAP-Programm Rahmen­verträge für Projekte in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

August 2026 - Die Bundeswehr braucht schnell neue Unterkunfts- und Ausbildungsgebäude, um die Truppe personell zu verstärken. Dafür hat sie das "German Armed Forces – Contractor Augmentation Program" (G-CAP) Inland, Stufe 1 aufgelegt. Innerhalb dieses Programms haben sich die OBG Gruppe, die WOLFF & MÜLLER Gruppe und die LECHNER GROUP nun gemeinsam zwei Rahmen­verträge über 25 Einzel­gebäude gesichert. Die Arbeits­gemeinschaft (ARGE) übernimmt damit rund die Hälfte der vorgesehenen Projekte in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Auf dem Gelände bestehender Kasernen entstehen neue, standardisierte Kompaniegebäude. Bei der Vergabe zählte nicht nur die Wirtschaftlich­keit, sondern auch das Realisierungs- und Logistikkonzept. Der Rahmen­vertrag läuft vier Jahre und hat ein Volumen von rund 370 Millionen Euro.

Bauen unter hohem Zeitdruck

12 der 25 Gebäude entstehen in Baden-Württemberg, 13 in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die operative Abwicklung übernehmen die zuständigen Landesbauverwaltungen. Diese rufen als Bauherrenvertreter die zentral vorgeplanten Projekte bei den ARGE-Partnern ab. Die Standorte unterscheiden sich deutlich. Infrastruktur, Zuwegung und der Anschluss an bestehende Medien müssen jeweils vor Ort gelöst und in die standardisierte Planung eingepasst werden. "Genau darin liegt unsere Aufgabe: Wir entwickeln ein wiederholbares System und setzen es zugleich standortgerecht um", erklärt Thomas Penner, Geschäfts­führer Hochbau der OBG. "Die größte Heraus­forderung liegt im engen Zeitrahmen. Sobald die zuständige Behörde einen Abruf auslöst, müssen innerhalb von drei Monaten die Planung, die Arbeits­vorbereitung und die Genehmigung durch­geführt werden. Anschließend bleiben uns sieben Monate, um ein Gebäude schlüssel­fertig zu bauen", sagt Roman Sailer, Geschäfts­führer der WOLFF & MÜLLER Government Services GmbH & Co. KG.

Standardisierung als Schlüssel zur Geschwindigkeit

Dafür setzen OBG, WOLFF & MÜLLER und LECHNER auf serielle, standardisierte Bauweisen. „Die Planungen umfassen vier Typen in drei Formen – insgesamt also 12 Varianten. Wir nutzen einen maximalen Wiederholungsfaktor und einen maximalen Vorfertigungsgrad und bauen weitgehend mit Betonfertigteilen, die wir selbst herstellen", sagt Tobias Lechner, Geschäfts­führer der LECHNER GROUP. Standardisiert werden vor allem Rohbauelemente, TGA-Zentralen und Dachelemente. Um diese Elemente rasch an die konkrete Bauaufgabe anzupassen, die Schnitt­stellen sauber zu steuern und die kurzen Fristen verlässlich zu halten, plant und baut die Arbeits­gemeinschaft mit der digitalen Methode BIM. Für transparente und effiziente Abläufe auf der Baustelle sorgen zusätzlich Lean-Construction-Methoden.

Drei Partner, klar verteilte Aufgaben

Auch innerhalb der ARGE sind die Aufgaben klar verteilt. Die LECHNER GROUP bringt ihre Kompetenz als Hersteller serieller Bauteile ein. Die OBG Gruppe verantwortet die kauf­männische Feder­führung. Die WOLFF & MÜLLER Gruppe übernimmt die technische Feder­führung und ist mit zwei Unternehmen vertreten: der WOLFF & MÜLLER Government Services, die auf Kunden aus dem militärischen Regierungsumfeld spezialisiert ist, sowie dem WOLFF & MÜLLER Hoch- und Industrie­bau. So bündelt die Arbeits­gemeinschaft alle Leistungen von der Planung bis zur Produktion in einem Team. Bei einigen Projekten übernimmt sie zudem Interims-Betriebsleistungen. WOLFF & MÜLLER und OBG haben bereits mehrfach gemeinsam gebaut – unter anderem 54 Reihenhäuser für die US-Army auf dem rheinland-pfälzischen Militärstützpunkt Baumholder. Bis Ende September 2026 will das Projektteam die wesentlichen Planungsgrundlagen festlegen – vor allem die Bauteile und Lösungen, die an allen Standorten gleichbleiben. Die ersten Abrufe werden noch in diesem Jahr erfolgen.

G-CAP Inland als Instrument für den Infrastrukturaufbau

Der Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat das Programm G-CAP Inland als zentrales Instrument hervorgehoben, um die Infrastruktur der Bundeswehr massiv und schnell auszubauen. Zunächst diente das Programm dazu, Infrastruktur für Auslandseinsätze bereitzustellen. Nun überträgt es der Bund auch auf das Inland. Hintergrund sind die veränderte sicherheitspolitische Lage seit Russlands Überfall auf die Ukraine, die stärkere Ausrichtung der Bundeswehr auf Landes- und Bündnisverteidigung sowie der zusätzliche Bedarf durch den Neuen Wehrdienst. Die Zahl der Wehrdienstleistenden soll in den kommenden Jahren steigen – auf bis zu 40.000 pro Jahr ab 2031. Das Programm baut auf Rahmenvereinbarungen mit der Industrie auf. So können die Bauverwaltungen von Bund und Ländern sowie die Bundeswehr sämtliche Leistungen – von der Planung über den Bau bis zum Betrieb – unmittelbar bei den Auftrag­nehmern abrufen. Geplant sind mit der Stufe 1 des Programms rund 300 Gebäude an mehr als 100 Standorten in fast allen Bundes­ländern. Alle Bieter mussten zunächst ein Präqualifikationsverfahren durchlaufen. Entsprechend der Kompetenzzentren Bau­management der Bundeswehr ist Deutschland in sieben Lose aufgeteilt. WOLFF & MÜLLER, OBG und LECHNER haben den Zuschlag für die Lose 6 und 7 erhalten. Im Wechsel mit dem jeweils anderen Auftrag­nehmer im jeweiligen Los realisieren sie nun die Projekte, die in diesen beiden Losen vorgesehen sind.
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